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Die Gefahren des Internets - Wie schützt du dich?

Am 8. Februar ist "Safer Internet Day"

von Marlen Schott und Andreas Fischer - 08.02.2011

Der "Safer Internet Day" findet jährlich am zweiten Dienstag im Februar statt, um auf die Risiken des Internets aufmerksam zu machen. Ziel ist es, die Sicherheit im weltweiten Netz zu fördern. Das Internet stellt für viele eine Plattform dar, um Informationen zu suchen oder zu verbreiten, Meinungen kundzutun und Leute kennen zu lernen. Das eröffnet neue Möglichkeiten, birgt aber auch Gefahren: Immer wieder wird die Anonymität des riesigen Netzwerkes für zweifelhafte und kriminelle Zwecke genutzt. Wo liegen die Gefahren und wie kannst du dich schützen?

Der "Safer Internet Day" soll die Sicherheit im Internet verbessern. Wichtig ist, dass die Nutzer aufgeklärt werden. (Quelle: Pixelio (S. Hofschlaeger))In vielen europäischen Städten gibt es jährlich am "Safer Internet Day" Veranstaltungen, um über die Gefahren im Internet aufklären. Ziel ist es, die Nutzer zu informieren, besser zu schützen und die Sicherheit im Internet zu verbessern. Das Internet ist heute nicht mehr wegzudenken und gewinnt an Bedeutung: Immer mehr Menschen nutzen das weltweite Netz, um sich zu informieren, sich mit anderen auszutauschen, Informationen bereitzustellen, kreativ zu werden, Kontakte zu knüpfen oder einfach zu "shoppen". Blogs, Foren und Singlebörsen sprießen aus allen Ecken, ständig neue Plattformen und Chatrooms locken die User.

Doch im Internet lauern auch Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Vor allem Kinder und Jugendliche sind gefährdet. Sie gehen häufig zu leichtfertig mit den Risiken des Internets um und müssen unbedingt einige Regeln beachten. Denn das Internet bietet nicht nur viele Möglichkeiten, es birgt auch unzählige Gefahren. Zum einen stellen natürlich lästige Computerviren sowie Abzockereien eine Gefahr dar. Außerdem bietet das weltweite Netz viele Möglichkeiten für Meinungsmache oder Manipulation und stellt ein Forum für Gewalt, Pornographie und illegale (verbotene) Machenschaften dar. Leider müssen wir uns immer wieder klar machen, dass sich im Internet viele fragwürdige Gestalten tummeln, die die Anonymität des riesigen Netzwerkes für ihre Zwecke nutzen und - möglicherweise unter einem Tarnmantel - versuchen, an andere heranzutreten.

Viren, Trojaner, Hacker und Kriminelle im Netz

Computerviren können Daten verändern oder löschen und den Computer beschädigen. Wichtig ist ein guter Virenschutz. (Quelle: Pixelio (Martina Taylor))Mehr als jeder Fünfte Internetnutzer hat sich schon einmal einen Computervirus eingefangen. Viele User bekommen überhaupt nicht mit, dass sich ein solches Programm auf der Festplatte eingenistet hat. Auf verschiedenste Arten werden sie illegal im Internet verbreitet. Solche Viren können Daten verändern oder löschen und den Computer beschädigen. Als Trojaner werden Programme bezeichnet, die als nützliche Anwendung getarnt sind, eigentlich aber einen ganz anderen Zweck erfüllen. Sie können zufällig auf fremde Rechner gelangen oder mit Absicht eingeschleust werden.

Der Computer sollte also zum einen über einen guten, aktuellen Virenschutz verfügen und beim Surfen sollten die Sicherheitsregeln beachtet werden. Computerviren sind zum Beispiel in manchen Texten, Bildern oder Programmen versteckt, die man herunterlädt. Sie werden auch durch Attachments, also Anlagen in E-Mails, verbreitet. Bei Attachments von unbekannten Absendern sollte man vorsichtig sein. Ebenso Angriffe von Hackern häufen sich. Aus unterschiedlichen Gründen versuchen Kriminelle, in fremde Computersysteme einzudringen. Manchmal geht es nur um ihren "Erfolg", oft nutzen sie den Zugriff aber auch, um zum Beispiel anonym - also unbekannt - über den Computer anderer mit kriminellen Dingen zu handeln oder um an geheime Daten zu gelangen.

Das Internet wird von vielen für zweifelhafte oder verbotene Machenschaften genutzt. Überall lauern Abzocker, fragwürdige Informationen oder Inhalte werden verbreitet oder illegale Geschäfte gemacht. Man tritt an andere heran, um sie zu betrügen oder für seine Ideen zu gewinnen. Oder es wird mit Gewalt verherrlichenden und pornographischen Bildern und Videos gehandelt. Häufig wird versucht, beim Online-Handel mit Musik, Klingeltönen und weiteren Dingen den Usern Geld aus der Tasche zu ziehen. Wirst du dazu aufgefordert, Geld zu bezahlen, Kreditkartennummern, Telefonnummern oder andere Daten anzugeben, verlasse diese Seite. Vor einem Einkauf im Internet solltest du zuerst deine Eltern um Rat fragen.

Risiken beim Chatten

Immer mehr Menschen nutzen Chatrooms und soziale Netzwerke im Internet, um Leute kennen zu lernen. Das birgt allerdings einige Gefahren. (Quelle: talentlos/ Photocase.com)Immer wieder gibt es junge Menschen, die an eine fremde Person in einem Chatroom vertrauliche Informationen weitergeben oder sich sogar mit ihnen treffen. So kam es schon mehrfach vor, dass Jugendliche, die sich in diese gefährliche Lage begaben, von ihrer Internetbekanntschaft schließlich bedrängt und belästigt oder gar Opfer von (sexueller) Gewalt wurden.

Vor allem die Gutgläubigkeit junger Menschen, die Kontakte über das Internet knüpfen wollen, wird von solchen Straftätern ausgenutzt. In den USA beispielsweise haben Anfang 2007 vier Familien gegen das riesige Netzwerk MySpace geklagt, da ihre Töchter auf dieser Plattform ihre Vergewaltiger kennenlernten. MySpace hat ungefähr 93 Millionen Nutzer, viele von ihnen haben dort gleich mehrere Profile. In einem solchen Profil beschreiben sich die User selbst: Teils so, wie sie wirklich sind, teils so, wie sie gerne wären. So suchen sie den Kontakt zu anderen Mitgliedern. Angeblich sollen Minderjährige dort sicher sein und sich nur mit anderen Kindern und Jugendlichen ihres Alters unterhalten können. Aber wer sich im Internet auskennt weiß, dass so etwas nur schwer zu garantieren ist.

Solche "sozialen Netzwerke" dienen dazu, neue Leute kennenzulernen. Dagegen wäre auch nichts zu sagen, wenn alle die gleichen Absichten hätten. Die Anonymität des Internets wird aber auch gerne von Menschen genutzt, die nicht nur "Gutes" wollen. Immer wieder tummeln sich Pädophile (also Menschen, die sexuelle Neigungen für Kinder haben) und Kriminelle in den Weiten des Internets. Das Außergewöhnliche am Internet ist, dass du dich praktisch neu erfinden kannst - aber auch das Gefährliche. Denn das kannst nicht nur du, sondern auch derjenige, der am anderen Ende der Leitung sitzt. Nicht alle sind also das, was sie vorgeben zu sein. Was beweist es schon, sich zwei Stunden als netter, aufgeschlossener Mensch auszugeben, Interesse zu zeigen und mitfühlend zu erscheinen? Genau so treten viele dieser Menschen auf, die sich das Vertrauen anderer erschleichen möchten. Deshalb müssen sich die User immer fragen: Wie weit darf ich gehen?

Gib niemals Namen und Adresse an!

Viele geben sich im Internet als jemand anderes aus. Du weißt also nicht, wer sich hinter deinem Gesprächspartner wirklich verbirgt. (Quelle: stock.xchng)Auf keinen Fall solltest du deinen richtigen Namen, deine Heimatstadt oder gar deine Adresse und Telefonnummer nennen - auch mit dem Veröffentlichen von Fotos solltest du auf jeden Fall vorsichtig sein. Mit Informationen über deinen Namen und deine Heimatstadt können viele auch deine Adresse herausfinden. Immer wieder führte ein solch leichtfertiger Umgang mit persönlichen Daten zu Belästigungen und Stalking (so nennt man ein beharrliches Verfolgen, Nachstellen, Belästigen oder Bedrohen einer Person) bis hin zu (sexuellen) Gewalttaten. Viele denken, dass es sie bestimmt nicht treffen wird und sie die Situation richtig einschätzen können - vielen Internetnutzern ist dabei nicht klar, wie greifbar nahe die Gefahr eigentlich ist.

Deshalb solltest du dich vor solchen Übergriffen schützen, indem du dir einige Richtlinien und Tabus setzt, die du auf alle Fälle einhältst. Du solltest auch deine Freunde und Bekannten vor den Gefahren des Internets warnen. Lass' nicht zu, dass dir andere zu nahe treten, dich unter Druck setzen oder dir drohen. Du hast Rechte, und eines der wichtigsten ist das Recht auf Privatsphäre und auf Schweigen. Hast du das Gefühl, bedrängt zu werden oder werden dir Fragen gestellt, die du nicht beantworten möchtest, dann nimm dir das Recht und brich die Unterhaltung ab. Du stehst in keiner Pflicht, solchen Aufforderungen nachzukommen. Und mache dir bei Internet-Bekanntschaften immer klar, dass dein Gegenüber nicht unbedingt der- oder diejenige ist, für den/ die er oder sie sich ausgibt.

Wer spricht da mit mir? - Schütze dich und andere

Viele Chancen und Risiken: Wenn man die Sicherheitsregeln einhält, können die Angebote und Möglichkeiten des Internets mit einem guten Gefühl genutzt werden. (Quelle: Oleg Rosental | Pixelio.de)In vielen Chats hast du die Möglichkeit, andere Chatter auf eine "IGNORE-Liste" zu setzen. Sie können dich dann nicht mehr anschreiben. Lass' dir kein schlechtes Gewissen machen, wenn dir die Fragen oder Vertraulichkeiten des anderen zu weit gehen oder du etwas nicht möchtest. Wenn dir ein Gespräch komisch vorkommt, brich es ab und meide den Kontakt zukünftig. Erzähle deinen Eltern davon. Vielleicht kannst du den entsprechenden Chatter auch bei dem Betreiber der Webseite bekannt machen.

Am besten und unbedenklichsten ist es immer noch, wenn du die Möglichkeiten des Chattens nutzt, um dich mit deinen Freunden und Bekannten zu unterhalten. An einem netten Gespräch im Chat ist allgemein nichts auszusetzen, solange bestimmte Regeln eingehalten und Grenzen gesetzt werden. Wichtigste Regel ist immer noch, dass du nie deine persönlichen Daten herausgibst. Darüber hinaus solltest du dir auf jeden Fall einen Chatroom aussuchen, der überwacht wird. Im Artikel von "chatten-ohne-risiko.net", der unten verlinkt ist, findest du solche Chatrooms.

Wie schätzt du die Gefahren des Internets ein? Hast auch du schon einmal Leute im Internet kennen gelernt? Bist du oft am Chatten und hast du regelmäßige Kontakte zu bestimmten Usern? Hältst du dich immer an die Sicherheitsvorschriften? Hast du schon einmal unangenehme Erfahrungen mit anderen Chattern gemacht? Tausche dich mit anderen Lesern im unten verlinkten Forum aus.

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