
Sehr viele Mädchen und Jungen in der Welt müssen in Armut leben. Über eine Milliarde (tausend Millionen) Kinder sind betroffen. Sie haben nicht genug zu Essen, kein sauberes Trinkwasser, können nicht zum Arzt gehen, wenn sie krank werden und nicht zur Schule gehen.
(Quelle: UNICEF)Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF ermittelt jedes Jahr, wie es den Kindern auf der Welt geht und schreibt darüber einen Bericht. Der wurde am 9. Dezember veröffentlicht. Was da sthet, ist erschreckend:
Leider wird die Situation der Kinder in den meisten Ländern nicht besser. In 16 der 20 ärmsten Länder der Welt haben in den letzten Jahren Kriege und Bürgerkriege neues Leid über die Familien gebracht. Viele Kinder haben so auch noch ihre Eltern verloren. Da müssen sich dann oft schon Achtjährige als Ersatz-Eltern um ihre vier jüngeren Geschwister kümmern. Viele Kinder müssen arbeiten oder betteln, um zu überleben.
Außerdem sind gefährliche Krankheiten wie AIDS in den meisten armen Ländern Afrikas und Asiens, aber auch in Osteuropa immer mehr verbreitet. Bis zum Jahr 2010 werden allein im südlichen Afrika durch AIDS wohl 18 Millionen Kinder zu Waisen geworden sein.
Ein großes Problem ist auch, dass es in den ärmsten Ländern immer weniger sehr reiche und immer mehr sehr arme Familien gibt - und dazwischen fast nichts. Auch in Ländern wie China, Indien und Russland nehmen diese sozialen Gegensätze immer weiter zu.
Auch in den reichen Ländern wird der Unterschied zwischen arm und reich immer größer. In Deutschland stieg zwischen 1990 und 2000 der Anteil relativ armer Kinder von vier auf neun Prozent. Heute leben in Deutschland über eine Million Jungen und Mädchen von Sozialhilfe. Kinder aus armen Familien sind öfter krank, haben häufiger Schulprobleme und schlechtere Chancen auf eine gute Ausbildung. Das ist sehr ungerecht.
Was muss getan werden?
Die reichen Länder der Welt sind gefordert, die armen Länder mehr zu unterstützen. Wer an der Entwicklungshilfe spart, der sorgt für sehr viel Leid auf der Welt.
Um die Kinder- und Müttersterblichkeit sehr stark zu reduzieren, allen Kindern einen Schulabschluss zu ermöglichen, die Wasserversorgung zu verbessern und die Ausbreitung von AIDS einzudämmen müssten im Jahr von allen Ländern zusammen 40 bis 70 Milliarden US-Dollar gezahlt werden. Das klingt nach sehr viel Geld. Aber ein Vergleich: Die weltweiten Rüstungsausgaben betrugen im vergangenen Jahr 956 Milliarden US-Dollar.