Ich halte von unserem Schulsystem nicht gerade viel.
Ich bin jetzt in der 11. auf einem Gymnasium. Mein Jahrgang musste nach der 4. Klasse erstmals gleich weiter auf eine weiterführende Schule, also Haupt- oder Realschule, Gymnasium. Die Jahrgänge davor waren noch zwei Jahre in der "Orientierungsstufe", die bei uns neben der Grundschule war.
Im Nachhinein denke ich, dass es besser gewesen wäre, noch für 2 Jahre alle zusammen zu lassen. Es entsteht enormer Druck auf die Kinder in der Grundschule, gerade schon in der 3. und 4. Klasse, ich kenne durch meine kleine Schwester (3. Klasse) einige Kinder, die von ihren Eltern regelrecht aufs Gymnasium eingetrimmt werden.
Man bekommt oft zu hören, auch schon in dem Alter: "Streng dich bloß an, sonst landest du auf der Hauptschule, kriegst keine Ausbildungsstelle, keinen Job und hast kein Geld!"
Ich musste seit der 5. Klasse Physik und Chemie machen. Ich bin voll und ganz damit einverstanden, die GRUNDKENNTNISSE zu lernen, aber mehr auch nicht.. 5 ganze Jahre musste ich mich damit rumplagen, wo ich mir schon von vornerein sicher war, dass so etwas in der Richtung niemals mein Beruf sein wird. Genauso wie Kunst, Musik und Religion.. Ich bin der Meinung, man sollte schon viel früher, mindestens ab der 8. Klasse viel mehr wählen können. Zum Beispiel zwischen Darstellendem Spiel, Kunst & Musik. Manche Leute sind nunmal eher von Theater spielen begeistert, als von Musik. Noten lesen, Musikinstrumente kennen etc. ist alles schön und gut, aber Synkope oder wie es nicht alles heißt ist dann doch schonwieder übertrieben. Verschiedene Sportbereiche, wie Leichtathletik, Ballsportarten etc. Und statt Religion sollten auch noch viel früher andere Fächer wie Werte und Normen oder Philosophie (im Übrigen ein sehr gutes Fach) zur Wahl stehen.
Dazu muss ich jetzt als 2. Jahrgang nach 12 Jahren Abitur machen. Die 11. Klasse ist wirklich extrem anspruchsvoll, aus dem Doppeljahrgang (Abi 11, einmal nach 12 und einmal nach 13 Jahren), haben ganze 60 (!) Leute wiederholt! Ich habe 4mal in der Woche lang Schule, ich komme also 2x um 18:00 nach Hause, zweimal um 16:30.
Dazu muss ich täglich in fast jedem Fach Unmengen an Hausaufgaben machen, und das nur, weil irgendwelche Politiker uns einfach ein Jahr wegnehmen, damit sie früher ihre Roboter haben, die sie durch die Welt scheuchen können!!! Schön, dass mir wenigstens ein Tag in der Woche bleibt, um mein Hobby auszuüben..
Man lernt ALLEN Scheiß in der Schule, wirklich. Ob eine Atommasse berechnen oder was Rotationsmodul und Baumwolldrilliche (?) auf Englisch heißt, ABER man lernt nichts, was einem im Leben weiterhilft. Kochen, Backen, Knöpfe annähen, Löcher stopfen, vielleicht auch Dinge wie Hilfsbereitschaft, Toleranz und und und .. mal ganz überspitzt gesagt. Oder was zu den Parteien; welche Partei jetzt genau was vertritt, das Interesse an Politik ein wenig mehr wecken. Mich interessiert Politik ehrlich gesagt gar nicht,.. weil ich damit immer den stinklangweiligen Unterricht in der Schule verbinde.
Der Unterricht ist sowieso grausam. Kein bisschen Praxis, immer nur Theorie: Abschreiben, Text lesen, auswendiglernen.. Toll!
Zu Kindern mit Migrationhintergrund kann ich sagen, dass schonab dem Kindergarten/Grundschule diese auch wirklich regelmäßig speziellen Deutschunterricht bekommen sollten.
Oftmals ist es aber auch so, dass die Eltern selber nicht Deutsch können, dann ist es ja kein Wunder, dass die Kinder auch kein Deutsch verstehen.
Und die Lehrer.. ja, die Lehrer. Es gibt gute Lehrer und es gibt schlechte Lehrer. Gute Lehrer sind für mich Lehrer, die GERECHT bewerten, auch Ahnung haben, von dem, was sie reden und es vorallem 'rüberbringen können. Ich hatte mal einen Mathelehrer, 4 Jahre lang, das war der schlimmste Lehrer, den ich bisher je erlebt habe.
Er hat uns, wenn wir mal unordentlich geschrieben haben, Schlampe genannte, wenn wir etwas nicht verstanden haben, Nachthemd. Wenn wir an die Tafel kommen sollten, hat er "Miez, Miez" gesagt. Als wir ihm einen Brief geschrieben haben, in dem wir ihn drauf angesprochen haben, hat er ihn nicht angenommen.. Sprechen wollte er auch nicht drüber.
Er hat NICHTS erklärt, wirklich gar nichts. Wir hatten eine Klasse mit einigen sehr guten Schülern, die haben dem Rest dann alles erklärt.
Und sowas darf auch noch unterrichten ..
Wenn das Kind heult oder die Eltern nachhelfen, kriegt man ja heutzutage sowieso 'ne Note besser. Schade, dass meine Eltern da nicht mitmachen bzw. ich nicht heulen will für eine gute Note.
Ich bin der Meinung, es sollten ein paar grundlegende DInge verändert werden, und zwar so schnell wie möglich!