Ich bin nicht auf der Staatsschule, ich bin auf der (ebenso viel diskutierten) Waldorfschule. Zunächst sei gesagt, dass Waldorfschule nicht gleich Waldorfschule ist: In der 7. Klasse kam ein neuer Schüler von einer anderen Waldorfschule und konnte nicht halb so gut Englisch wie wir, aber ihr sollt jetzt auch erfahren, wie es bei uns so zugeht:
Morgens haben wir erstmal eindreiviertel Stunden Hauotunterricht - ohne Pause. Da geht es aber nicht nur um schreiben, schreiben, schreiben, hören, hören, hören, sondern man fängt zunächst mit Gedichten an (die ham natürlich viel Anklang...). Dann gehen wir meistens aber auch schon direkt an die Arbeit, wenn der Lehrer merkt, dass unsere Konzentration völlig down is, dann hat er meistens auch irgendwelche andere Tätigkeiten für uns, z.B. Sprachübungen, etc. Im Hauptunterricht lernen wir in Epochen mit einer Länge zwischen 1-6 Wochen. Dabei sind Deutsch, Mathe, Geographie, Physik, Chemie, etc., aber keine Sprachen. Den Hauptunterricht ham wir bis zur 10. zusammen. Bis zur 8. haben wir auch den restlichen Unterricht zusammen. Ich hab schon häufig gesehen, dass es dann nach der 8. bei vielen Schülern mit dem Lernen besser wird - sie geben sich in der Oberstufe (weiß nich, wie ihr die Zeit nach der 8. nennt) mehr Mühe.
Außerdem haben wir von Anfang an zwei Sprachen, allerdings nicht direkt mit Lesen und Schreiben. Lesen und Schreiben kommt erst in der dritten dran, wenn wirs auf Deutsch schon (etwas) können. Der Punkt, dass alle bis zur 8. denselben Stoff lernen, halte ich für sehr wichtig. Schlechtere Schüler können sich immer an die besseren Wenden, nach dem Unterricht, am Abend, wenn ich in Mathe vor den anderen fertig bin, können sie mich fragen, wie man gewisse Sachen rechnet, etc. Man muss sich nicht ausgegrenzt fühlen, wenn man in der vierten schlecht ist. Bis zur achten haben wir im Hauptunterricht übrigens immer denselben Lehrer. Nach der achten wird man dann aufgeteilt: In den handwerklich-praktischen Zug (Holzbearbeitung, Metallbearbeitung), den sozial-praktischen Zug (nähen, kochen, Holzschnitt), die anden meist mit der fachlichen Hochschulreife oder dem Realschulabschluss. Außerdem gibt es noch den sprachlichen Zug, der mit Abi endet. Hauptschulabschluss ist eigentlich nicht vorgesehen. Ich hab auch von niemandem gehört, dass er den Hauptschulabschluss in unserer Schule gemacht hat. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir kaum Ausländer auf der Schule haben, weil unsere was kostet (200€/Monat)
Tut mir Leid, dass der Post so lang ist, aber ich fand, dass man vielleicht auch von alternativen Schulformen berichten sollte.