

Die wunderschöne Alhambra thront über der Stadt Granada in Andalusien. Die Grundfestung wurde um 800 nach Christus von den Mauren errichtet. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurde die Burganlage unter dem Einfluss verschiedener Kulturen immer weiter ausgebaut. (Quelle: Wikipedia)
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Im spanischen Staat wird überwiegend Spanisch, Katalanisch, Galizisch sowie Baskisch gesprochen. Offizielle Landessprache ist das Spanische (wird auch als "Castellano" bezeichnet). Die weiteren Sprachen gelten nur in den entsprechenden Regionen als Amtssprachen. Spanien war früher eine große Seefahrer-Nation und eroberte zahlreiche Kolonien. Der Italiener Christoph Kolumbus entdeckte Amerika, als er im Auftrag der spanische Krone einen Seeweg nach Indien suchte. Viele Spanier besiedelten daraufhin weite Teile Mittel- und Südamerikas. Sie vertrieben die dortigen Ureinwohner - und erklärten das Spanische zur offiziellen Sprache. Noch heute wird in vielen mittel- und südamerikanischen Ländern Spanisch gesprochen.
Arabische Vorherrschaft und Eroberung Amerikas durch Kolumbus
Kolumbus leitete eine Phase der Eroberung und Unterdrückung ein: Mittel- und Südamerika wurde zu großen Teilen von spanischen Völkern beschlagnahmt. Millionen von Ureinwohnern wurden vertrieben, versklavt und auch umgebracht. Nach mehreren Jahrhunderten der Ausbeutung und gesellschaftlichen Unterdrückung kam es zu Aufständen in den südamerikanischen Kolonien. Anfang des 19. Jahrhunderts erkämpften sich fast alle von Spanien eroberten Länder Amerikas (außer Kuba und Puerto Rico) ihre Unabhängigkeit. Das 20. Jahrhundert: Weltkriege und Franco-Diktatur
Der Diktator Franco besaß fast uneingeschränkte Macht im Land und es begann eine Zeit der Unterdrückung und Unfreiheit des Volkes. Während des Franco-Regimes gab es keine Verfassung, in der alle Gesetze niedergeschrieben waren, sondern nur eine geringe Anzahl von ihm erlassener Grundgesetze. Seine Macht basierte unter anderem darauf, dass Franco alle wichtigen politischen Ämter durch persönliche Vertrauenspersonen besetzte. Im Zweiten Weltkrieg beteiligte sich die spanische Regierung weitgehend nicht militärisch - trotz ihrer Sympathien für Nazi-Deutschland und seine Kriegsverbündeten. Diktator Franco bekämpfte jedoch den Sozialismus und unterstützte den Vernichtungskrieg Hitlers. Er gewährte der deutschen Wehrmacht, spanische Soldaten für den Krieg gegen die Sowjetunion anzuwerben. Während der Faschismus anfangs auch in der spanischen Bevölkerung weit verbreitet war, verlor er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs immer mehr Anhänger. Nach Kriegsende war Spanien außenpolitisch zunehmend isoliert. Dies änderte sich allmählich nach Beginn des Kalten Krieges, der die Welt spaltete: Die westlichen und die sozialistischen Gesellschaftssysteme fielen auseinander. Einige Länder des Westens schlossen Handelsabkommen mit Spanien ab. 1955 wurde Spanien in die UNO aufgenommen. Mit seinem Tod im Jahre 1975 endete die "Ära Franco". Zwei Jahre später gab es in Spanien die ersten freien Wahlen. Seit 1986 ist das Land Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaft - der heutigen Europäischen Union.
Demokratie mit König als Staatsoberhaupt
Zwischen Spanien und Frankreich liegt das Baskenland - Teile dieses Landes sind spanisch, andere französisch. Seit langer Zeit gibt es Konflikte um die baskische Unabhängigkeit - die terroristische Organisation ETA betrieb diesen Kampf immer wieder auf blutige Weise. In Katalonien streben Teile der Bevölkerung politisch nach Autonomie (bedeutet: Selbstbestimmung). Seit 1978 ist Spanien ein demokratischer Rechtsstaat. Seine Staatsform bezeichnet man als parlamentarische Monarchie. Das bedeutet, dass der König zwar das Staatsoberhaupt ist, seine Rolle ist aber in erster Linie die Repräsentation (Vertretung) des Landes. Zudem gehört es zu seinen politischen Aufgaben, Gesetze zu bestätigen und die Regierungschefs zu ernennen beziehungsweise zu entlassen. Der König ist außerdem Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Entscheidungsgewalt liegt jedoch vor allem beim gewählten Parlament, und es gibt eine niedergeschriebene Verfassung. Der Königstitel wird von Generation zu Generation weitervererbt. Derzeitiger König ist Juan Carlos I. Wahlsystem und Regierungswechsel
Die Spanier haben im November 2011 ein neues Parlament gewählt. Dabei wurde die bisher regierende Sozialistische Partei von den Bürgern abgewählt. Neuer Ministerpräsident wird Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei. Die Parlamentswahlen sollten eigentlich erst 2012 stattfinden, waren aber von der Regierung vorgezogen worden. Denn immer weniger Menschen standen hinter der Politik der sozialistischen Regierung: Das Land ist sehr verschuldet, über 21 Prozent der spanischen Bevölkerung sind arbeitslos und die Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero muss zurücktreten. Er löste 2004 den rechts-konservativen Politiker José Maria Aznar als Ministerpräsident ab. Die alte Regierung hatte US-Präsident Bush im Krieg gegen den Irak unterstützt, obwohl die Mehrheit der spanischen Bevölkerung gegen diesen Krieg war. Die sozialdemokratische Regierung schlug einen deutlich freiheitlicheren Weg ein als die des Vorgängers Aznar. Kurz nach seinem Amtsantritt verkündete Zapatero den spanischen Truppenabzug aus dem Irak.
Aufschwung und soziale Ungleichheit
Bis heute gibt es eine relativ große Kluft in der Bevölkerung zwischen arm und reich. Gesellschaftliche Probleme Spaniens sind unter anderem die relativ hohe Kriminalitätsrate und eine hohe Arbeitslosenzahl. Man beobachtet zudem eine starke Landflucht: Immer mehr Spanier verlassen die ländlichen Gebiete und ziehen in größere Städte. Viele Menschen sehen dort die Chance auf ein besseres Leben und es bieten sich zunehmend mehr Möglichkeiten, Arbeit zu finden. Auch die illegale Immigration (unerlaubte Einwanderung) stellt ein Problem dar. Vor allem aus armen Ländern Afrikas überqueren jährlich Tausende von Flüchtlingen mit Booten die Straße von Gibraltar, um nach Spanien zu gelangen. Die Afrikaner nehmen große Gefahren auf sich, um der bitteren Armut oder der politischen Situation ihrer Heimat zu entfliehen. Die Reaktion Spaniens war zunächst eine verschärfte Grenzbewachung. Seit Ende 2005 gibt es ein Abkommen zwischen Marokko und Spanien: Demnach kümmert sich nicht mehr der reichere spanische Staat um die illegalen Einwanderer. Sie werden einfach wieder nach Marokko abgeschoben und ihrem Schicksal überlassen. Wichtig und problematisch: Tourismus und Landwirtschaft
Bedeutende Einnahmequelle ist auch die Landwirtschaft. Spanien ist vor allem berühmt für seinen guten Wein und das Olivenöl. In der spanischen Landwirtschaft werden große Mengen an Wein, Gemüse und Obst angebaut, viele der Lebensmittel werden in andere Länder exportiert. Sowohl der Massentourismus als auch die Intensivlandwirtschaft schaffen aber auch Umweltprobleme: Durch den extrem hohen Wasserverbrauch wird das Land immer trockener (es besteht generell ein Trinkwassermangel in Spanien, vor allem im Sommer), die Acker werden unfruchtbarer und die Natur wird durch Bodenabnutzung, Umweltverschmutzung und den Ausbau der Touristengebiete mehr und mehr zerstört. Der Grad der so genannten Desertifikation ist in manchen Gebieten Spaniens weit fortgeschritten. Das bedeutet, dass eine Landschaft immer mehr ausdörrt und sich langsam zur Wüste entwickelt.
Weltberühmt: Paella, Flamenco und Gaudí
Der weltbekannte Flamenco hat seinen Ursprung im spanischen Andalusien. Traditionell verbindet er Gitarrenspiel, Gesang und Tanz. Flamenco prägte verschiedene Stile der Musik. Das "Festa Major" ist typisch für Katalonien. Dabei findet ein Wettkampf aus Menschen-Türmen statt. Die Teilnehmer verschiedener Vereine klettern aneinander hoch und bilden eine menschliche Pyramide. Sie bezeichnen ihre wankenden Bauwerke als "Castells" (Türme). Berühmt ist auch das spanische Fest der Tomatina in Buñuel. Dort liefert sich die gesamte Stadt ein Mal im Jahr eine spektakuläre Tomatenschlacht.
Berühmte Künstler aus Spanien sind unter anderem die Maler Salvador Dalí, Pablo Picasso und Joan Miró. Der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes schrieb im 17. Jahrhundert die Geschichte von Don Quijote - die heute eines der bedeutendsten Werke in der Weltliteratur darstellt. Auch der Architekt Gaudí erlangte mit seinem einzigartigen Stil großen Ruhm. Vor allem in Barcelona findet man zahlreiche seiner faszinierenden Bauten - so wie die mächtige Kirche "Sagrada Família", die sein Lebenswerk war und die er nie fertigstellten konnte. Noch heute wird an ihr gebaut - sie ist das Wahrzeichen der Stadt. |
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Größe des Landes 504.782 qkm |
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Hauptstadt Madrid |
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Einwohner 44,11 Mio. |
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Landessprachen
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